Methode

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Me|tho|de [me'to:də], die; -, -n:
1. regelhaftes Verfahren zur Erlangung von [wissenschaftlichen] Erkenntnissen:
eine analytische Methode; die historisch-kritische Methode; eine Methode zur Bestimmung des spezifischen Gewichts; wir arbeiten nach der Methode von W. Scholze.
Zus.: Arbeitsmethode, Erkenntnismethode, Erziehungsmethode, Unterrichtsmethode.
2. Art der Durchführung; Weg, wie man zu einem angestrebten Ziel gelangen kann.
Syn.: Instrument, Mittel, Praktik, Prinzip, Taktik, Technik, Verfahren, Vorgehen, Weg.
Zus.: Anbaumethode, Fabrikationsmethode, Fertigungsmethode, Heilmethode, Trainingsmethode, Verhütungsmethode.

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Me|tho|de 〈f. 19planmäßiges, folgerichtiges Verfahren, Vorgehen, Handeln (Arbeits\Methode, Lehr\Methode) ● eine wissenschaftliche \Methode anwenden, einführen, entwickeln; er hat \Methode (in seiner Arbeit) er geht planmäßig vor; er hat so seine eigene \Methode 〈umg.〉 seine eigene Art im Handeln, das ist bei ihm so üblich; eine erfolgreiche, neue, praktische, veraltete, zuverlässige \Methode; was sind denn das für \Methoden? 〈umg.〉 eine solche Art, sich zu verhalten, bin ich nicht gewöhnt; er hat \Methode in diese Arbeit, dieses Unternehmen gebracht; mit dieser \Methode wirst du nichts erreichen, kommst du nicht voran; nach einer bestimmten \Methode arbeiten [<grch. methodos „Gang einer Untersuchung“, eigtl. „das Nachgehen, der Weg zu etwas hin“; <meta „nach, hinter“ + hodos „Weg“]

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Me|tho|de , die; -, -n [spätlat. methodus < griech. méthodos = Weg od. Gang einer Untersuchung, eigtl. = Weg zu etw. hin]:
1. auf einem Regelsystem aufbauendes Verfahren zur Erlangung von [wissenschaftlichen] Erkenntnissen od. praktischen Ergebnissen:
eine technische M.;
komplizierte -n;
eine M. anwenden;
nach einer M. arbeiten.
2. Art u. Weise eines Vorgehens:
raue -n;
eine sichere M.;
ihre -n gefallen mir nicht;
M. (Planmäßigkeit, sinnvolle Ordnung) in etw. bringen;
(oft iron.:) nach bewährter M.;
M. haben (auf einem genauen Plan beruhen; durchdacht sein: sein Vorgehen hat M.)

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I
Methode,
 
bei der objektorientierten Programmierung eine Operation, die auf die Daten eines Objekts angewendet wird. Im Gegensatz zu Funktionen können Methoden dabei auch auf die internen Daten von Objekten zugreifen. Neben Methoden besitzen Objekte noch Eigenschaften (Attribute) und Ereignisse, wobei Letztere die Anwendung einer Methode veranlassen können. In C++ heißen Methoden »Elementfunktionen« (engl. element function), was darauf hinweist, dass sie immer Element einer Klasse sind.
II
Methode
 
[griechisch méthodos »Weg«, »Gang einer Untersuchung«, eigentlich »Weg zu etwas hin«] die, -/-n, ein nach Gegenstand und Ziel planmäßiges (methodisches) Verfahren, die Kunstfertigkeit einer Technik zur Lösung praktischer und theoretischer Aufgaben (Arbeitsmethode, technische Methode u. a.), speziell das Charakteristikum für wissenschaftliches Vorgehen. Entsprechend geht eine Methodenlehre (Methodologie) als Teil der Logik jeder Wissenschaft voraus; sie bildet das Kernstück der gegenwärtigen Wissenschaftstheorie, der Nachfolgerin der klassischen Erkenntnistheorie innerhalb der Philosophie. Darüber hinaus haben die Einzelwissenschaften ihnen gemäße Methoden entwickelt, die einerseits der Forschung und andererseits der Darstellung (Lehre) dienen. Die allgemeine Charakterisierung dieser einzelwissenschaftlichen Methode wiederum führt zu entsprechenden Einteilungen der Wissenschaften, die das Selbstverständnis der jeweiligen Wissenschaft entscheidend prägen. So werden z. B. Natur- und Geisteswissenschaften seit W. Dilthey durch die Herrschaft der erklärenden und der verstehenden Methode voneinander unterschieden. Dem steht gegenüber die auf W. Windelband zurückgehende Einteilung in die nomothetischen (Gesetze aufstellenden) Naturwissenschaften und die idiographischen (das Eigentümliche beschreibenden) Kulturwissenschaften, wobei im ersten Fall eine generalisierende Methode, im zweiten eine individualisierende Methode vorherrsche. Weiter gab der Unterschied zwischen induktiver und deduktiver Methode Anlass, die empirischen Wissenschaften (z. B. Chemie) von den rationalen (z. B. Mathematik) abzusondern, während der in neuerer Zeit speziell in der Soziologie geführte Streit zwischen positivistischer und radikal kritischer (idealistischer) Wissenschaft auch ein Streit zwischen analytischer und synthetischer Methode genannt wird (so schon früher bei K. Voßler für die Sprachwissenschaft). Die Gegensätze kantischen und hegelschen Denkens manifestieren sich als transzendentale und dialektische Methode. Auch die verschiedenen Grundlagenstreite, besonders in der Volkswirtschaftslehre (K. Mengers rationale gegen G. von Schmollers empirische Methode) und in der Mathematik (D. Hilberts axiomatische gegen L. E. J. Brouwers intuitionistische Methode) sind v. a. Auseinandersetzungen um die Angemessenheit der jeweils vorgeschlagenen und verwendeten Methoden.
 
Die Hauptstücke der klassischen und modernen Methodologie bilden die Lehre von der Definition und vom Beweis, d. h. die Lehre von der Begriffsbildung und von den Begründungsverfahren. Für die analytische Wissenschaftstheorie gilt die experimentelle Methode der empirischen Naturwissenschaft zusammen mit den logisch-mathematischen Methode der modernen Grundlagenforschung als Muster wissenschaftlicher Methode schlechthin. In ihr gliedert sich die Methodologie in einen empirischen und einen reinen Teil. Im reinen Teil wird die (logisch-mathematische) Zurückführbarkeit der Bestätigung (Geltung) einer Aussage auf andere Aussagen untersucht (deduktive Methode), im empirischen Teil wird die Bestätigungsfähigkeit und Prüfbarkeit der Aussagen selbst behandelt (induktive Methode). Hiervon abweichende Methodologien lassen die Trennung von reinem und empirischem Teil nicht gelten (W. V. O. Quine) oder verweisen auf weitere Begründungsverfahren, z. B. in der Mathematik die konstruktive Methode (P. Lorenzen), in den historischen Wissenschaften die hermeneutische Methode (H.-G. Gadamer) oder in der Philosophie die sprachanalytische Methode (L. Wittgenstein).
 
 
Enzykl. der geisteswiss. Arbeitsmethoden, hg. v. M. Thiel, auf 12 Tle. ber. (1967 ff.);
 W. Stegmüller: Probleme u. Resultate der Wiss.-Theorie u. analyt. Philosophie, 7 Bde. (1-21973-86);
 H.-G. Gadamer: Wahrheit u. M. (41975);
 P. Hucklenbroich: Theorie des Erkenntnisfortschritts. Zum Verhältnis von Erfahrung u. M. in der Naturwiss. (1978);
 I. M. Bocheński: Die zeitgenöss. Denkmethoden (81980);
 J. Habermas: Zur Logik der Sozialwiss.en (Neuausg. 1985);
 K. Wuchterl: M. der Gegenwartsphilosophie (Bern 21987);
 U. Neemann: Gegensätze u. Syntheseversuche im Methodenstreit der Neuzeit, 2 Bde. (1993-94);
 K. R. Popper: Logik der Forschung (a. d. Engl., 101994).
 

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Me|tho|de, die; -, -n [spätlat. methodus < griech. méthodos = Weg od. Gang einer Untersuchung, eigtl. = Weg zu etw. hin]: 1. auf einem Regelsystem aufbauendes Verfahren zur Erlangung von [wissenschaftlichen] Erkenntnissen od. praktischen Ergebnissen: eine zuverlässige, gängige, unschädliche, mathematisch-statistische, historisch-kritische, analytische, synoptische, technische, neue wissenschaftliche M.; subtile, komplizierte -n; die -n archäologischer Forschung; eine M. zur Bestimmung der spezifischen Wärme; die sokratische M. (↑sokratisch); eine M. ausarbeiten, entwickeln, ansetzen, übernehmen, anwenden, auf etw. übertragen; etw. mit den -n der Wirtschaftssoziologie untersuchen; nach einer M. unterrichten, arbeiten. 2. Art u. Weise eines Vorgehens: fragwürdige, undurchsichtige, raffinierte, raue -n; eine sichere M.; ihre -n gefallen mir nicht; was sind denn das für -n? (ugs.; was ist denn das für ein ungehöriges Verhalten? ); M. (Planmäßigkeit, sinnvolle Ordnung) in etw. bringen; sie hat so ihre M. (ugs.; ihr eigenes Verfahren); (oft iron.:) nach bewährter M.; *M. haben (auf einem genauen Plan beruhen; durchdacht sein): sein Vorgehen hat M.; Hat die gespielte Harmlosigkeit M.? Deckt Lorbach ... andere Täter ...? (Noack, Prozesse 116).

Universal-Lexikon. 2012.

Synonyme:

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